Süddeutscher Kirchentag endet mit Abschlussgottesdienst

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Sonntag, 11:00 Uhr Schwarzwaldhalle Karlsruhe

Nach einem fulminanten verlängerten Wochenende von Donnerstag bis Sonntag, mit herrlich sommerlichem Wetter, freudiger Stimmung und Begeisterung, fand am Sonntagmorgen, dem 12. Mai 2024 um 11 Uhr der Festgottesdienst zum Abschluss des Süddeutschen Kirchentages in der Schwarzwaldhalle statt. Der Gottesdienst wurde übertragen in die verschiedenen Veranstaltungsorte im Kongresszentrum und in neuapostolische Gemeinden in Süddeutschland.

Eingang des Gottesdienstes

Das Eingangslied „Alles meinem Gott zu Ehren“ stimmte die Gemeinde in das Thema des Gottesdienstes – Gottes Werke – ein und stellte Jesus als guten Hirten in den Mittelpunkt. Gastgeber Bezirksapostel Michael Ehrich eröffnete den Gottesdienst mit einem Gebet, in dem er das Motto des Kirchentages: „Kommet her“ zitierte und Gott um seinen Segen bat. 

Bibelwort zum Thema Werke Gottes

Bezirksapostel Ehrich wählte für den Gottesdienst ein Bibelwort aus den Psalmen. In Psalm 66, Vers 5 werden Gottes Werke gepriesen: „Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern“. Zunächst ging der Bezirksapostel auf den Muttertag ein. Er zitierte ein Wort aus dem Propheten Jesaja, in dem es heißt: „Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes?“ So wie eine Mutter nimmt sich Gott den Seinen an! Gott, so interpretierte der Bezirksapostel dieses Wort, ist immer bei uns, er lässt die Seinen nicht im Stich. Zurück zum Bibelwort, der die Grundlage des Gottesdienstes bildete: 

Dessen Eingangsworte erinnern an den Heilandsruf: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28). Nach der Aufforderung: „Kommt her“, ruft der Psalmsänger dazu auf, die Werke Gottes anzusehen. 

Diese Werke Gottes sind:

  • die Schöpfung: Da, wo die irdische Schöpfung aufhört, beginnt die geistige Schöpfung!
  • die Sendung des Sohnes Gottes: Im Geschehen an Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten – überall sind Gottes Werke zu erkennen. 

Aber auch der Sohn Gottes wirkt Werke: Er ist uns ein Vorbild im Aufschauen zum Vater und im Erfüllen des Willens Gottes. Auch das demütige Dienen lässt sich als Werk Jesu verstehen: nämlich bei der Fußwaschung, als der Herr wie ein Sklave den Seinen die Füße wusch (Joh 13,1ff.). 

Jesus verhieß seinen Jüngern: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun“ (Joh 14,12). Welche Werke der Gläubigen dies sein können, zeigte der Bezirksapostel an der Verbreitung des Evangeliums: Die Menschen, die an Jesus glauben, können das Evangelium in Wort und Werk verbreiten und so zur Ausbreitung des Werkes Jesu, der Kirche, heute beitragen.

Weitere Predigtbeiträge

Bezirksapostel Ehrich rief Apostel Jürgen Loy zum Mitdienen auf. Jeder Teilnehmer des Kirchentages, so der Apostel, erlebte eine Geschichte mit Gott in diesen Tagen: 

  • in der Begegnung untereinander
  • in fröhlichen Feiern in der Gemeinschaft.

Daraus zog Apostel Loy den Schluss: Gott ist ein Gott, der die Seinen sieht! Dies ist in der Hagar vorgezeichnet: Hagar floh vor ihrer Herrin Sarai in die Wüste; dort hatte sie Begegnung mit Gott und sprach: „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (1Mo 21,13). 

Arne Herrmann, Apostel in Süddeutschland mit südhessischen Wurzeln, zeigte in seinem Mitdienen die Werke Gottes anhand von Friede und Freude im Erleben Gottes am Kirchentag. Es gibt aber auch Werke Gottes nach dem Kirchentag: Wir wollen die Freude und den Frieden des Kirchentages in unsere Gemeinden mitnehmen und selber Werke tun: Aus „Kommet her“ möge ein „Gehet hin“ werden!

Dies griff Apostel Martin Rheinberger in seinem Mitdienen auf: Das „Kommet her“ möge weiterleben in den Ehen, den Familien und den Gemeinden. In allem vertrauen wir Christus!

In der Überleitung zum Heiligen Abendmahl kam Bezirksapostel Ehrich auf die Werke zurück: Werke können die Seligkeit nicht rechtfertigen, doch auf der anderen Seite ist ein Glaube ohne Werke tot, wie es der Jakobusbrief sagt (Jak 2,26) – folglich sollen aus dem Glauben heraus Werke der Liebe getan werden.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls leitete der Bezirksapostel zum Heiligen Abendmahl für die Entschlafenen über: Gott will das Heil aller Menschen, auch das Heil derjenigen, die uns voraufgegangen sind. Er tut ein weiteres Werk seiner Liebe, indem er uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit unseren Lieben schenkt, die bereits in der Ewigkeit sind.

Nach dem Schlusslied und dem Segen hielt Erzpriester Radu Constantin Miron noch ein Grußwort. Er ist griechisch-orthodoxer Geistlicher und Vorsitzender der ACK Deutschland. In seinem Grußwort führte Erzpriester Miron aus, dass der Jüngste Tag nicht im Terminkalender verzeichnet ist, sondern im Terminkalender der Herzen und im gemeinsamen Terminkalender der Ökumene. Gemeinsam Wachsam sein im Harren auf den Herrn ist Aufgabe aller Christen in der Ökumene.

Nach Dankesworten des Bezirksapostels an Gott – auch für das schöne Wetter –, an den Bürgermeister und die Einwohner von Karlsruhe, die Vertreter der Ökumene und die vielen ehrenamtlichen Helfer endete der Festgottesdienst mit dem von allen gesungenen Lied: „Kommet her!“ – womit sich der Kreis schließt vom Motto des Kirchentages hin zum Bibelwort und Schlusslied des Gottesdienstes. 

Die musikalische Gestaltung lag in den Händen eines vokalen Doppelquartetts, eines Kinderchores und eines Orchesters, die mit ihrem gekonnten Musizieren eine freudige und festliche Stimmung bewirkten.

Text: Lothar Selmes

Fotos: Andreas Alger, Lukas Nöding, Nico Eberle

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